Kettelerpreis 2011
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Mit dem Gütesiegel Gute Arbeit zeichnet die KAB im Bistum Münster Menschen aus, die sich für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen einsetzen.

Die KAB lädt offen ein, Beispiele von Engagement für gute Arbeit zu melden. Regionale Jurys aus Vertretern von KAB und Gewerkschaften ent-
scheiden unter Vorsitz der KAB-Rechtssekretäre, ob ein Gütesiegel vergeben wird.

Folgende Kriterien sind wichtig:
Das Engagement konkreter Personen geht
   über Gesetze oder Tarife hinaus.

Betrieb, Einrichtung oder Initiative verstoßen
   nicht gegen Recht und gute Sitten.

In einem öffentlichen Festakt wird die Urkunde überreicht.

Das Projekt macht sichtbar, dass prekäre Arbeit immer von Entscheidungen abhängt. Es fördert die öffentliche Diskussion um gute, nicht prekäre Arbeit. Positive Beispiele wirken nachhaltiger und erreichen mehr als Dauerkritik.

Zwei Beispiele:

Ausgezeichnet wurde ein Bäcker, der bewusst
auf Sonntagsöffnungen verzichtet. Das führte regional zu lebhaften Diskussion um Arbeitszeiten, Sonntagszuschläge und Absatzchancen in der Konkurrenz von Fachbäckereien, Tankstellen
oder Discountern.

Die Auszeichnung eines Betriebsrats, der eine Betriebsvereinbarung zum fairen Umgang mit Leiharbeitern ausgehandelt hat, ist in Diskus-
sionen ein gutes Argument gegen diese prekäre Form der Arbeit.
Projekt
"Gütesiegel Gute Arbeit", Münster
Projekt
"...immer noch gebraucht!",
Herzogenrath
Mit dieser qualitativ selbstbewussten Aussage trotz nach wie vor ungelöster Arbeitsmarktfragen, stellt sich der über 20 Jahre von seinem bürger-
schaftlich engagierten Vorstand getragene Förderverein Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen e.V.  weiterhin treu seinen Anliegen.

Gemäß seinem Motto "Wo kämen wir hin, wenn jeder fragte "Wo kämen wir hin?" und niemand ginge um zu schauen, wohin man käme, wenn
man ginge" von Kurt Marti spannen von Arbeits-
losigkeit betroffene Menschen und Ehrenamtliche gemeinsam einen weiten Bogen über ihre höchst effiziente Alltagsarbeit an der Schnittstelle von Ökonomie und Ökologie, die in unterschiedlichen und gut miteinander verzahnten Projektteilen für eine neue Wertekultur mit Kopf, Hand und Herz steht.

Ob in der RECYCLINGBÖRSE mit Sekundärrohstoff-
hof, der BAUTEILBÖRSE als Sammelort aller Ge-
brauchtprodukte rund ums Bauen, ob im Ge-
brauchtwarenkaufhaus PATCHWORK mit Möbel-
laden, Nähwerkstatt mit Modelabel SCHNITT-
STELLE und integriertem GEPA-Café, ob im TreffART Laden GRENZENLOS als Projekt zusammen mit Künstlern oder gar im Soziokultu-
rellen Zentrum Klösterchen als milieu- und altersübergreifender Begegnungsort kultureller Verankerung eigenen Lebens zusammen mit dem Kulturgarten BALANCE; überall gilt das gleiche Prinzip: Sozialintegration hat Vorrang vor Arbeits-
integration und gesellschaftliches Miteinander beugt Stigmatisierung vor. 
Projekt
"Sozialer Betrieb Sulzbach",
Sulzbach
Genossenschaft macht´s möglich: Gute Arbeit in der lokalen Ökonomie. Im Mai 2006 wurde der
SBS/Sozialer Betrieb Sulzbach eG als soziales Be-
schäftigungsunternehmen im Rahmen der sozialen Stadtentwicklung in Sulzbach/Saarland gegründet.

Die eingetragene Genossenschaft strebt die berufliche Integration von langzeitarbeitslosen Frauen und Männern in die Erwerbsarbeitsge-
sellschaft an. Dies verwirklicht sie durch Quali-
fizierung, ein marktorientiertes Dienstleistungs-
unternehmen der lokalen Ökonomie sowie durch geförderte Projekte im arbeitsmarktpolitischen und ökologischen Bereich.

Das Unternehmen bot von 2007 bis 2010 Dienst-leistungen in den Bereichen Reinigung, Garten- und Landschaftspflege, haushaltsnahe Dienste, Hausmeisterservice, Transporte und Umzüge an. Es konnten insgesamt 20 Frauen und Männer über einen Zeitraum von einem bis zu vier Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden.

Darüber hinaus wurden vielfältige fachpolitische Vernetzungsaktivitäten im Bereich beruflich-
sozialer Integration und gemeinwesenorientier-
ter Ökonomie durchgeführt.

Ende 2010 musste der Marktbetrieb wegen Auftragseinbruch und fehlender arbeitsmarkt-
politischer Förderung vorläufig geschlossen werden. Derzeit wird nur das Projekt "Stromspar-
check für einkommensschwache Haushalte" mit einem Kooperationspartner durchgeführt.
Der diesjährige Kettelerpreis der Stiftung „Zukunft der Arbeit und sozialen Sicherung“ (ZASS) geht an das Münsteraner Projekt „Gütesiegel Gute Arbeit“ des Diözesanverbandes der KAB. „Das Projekt hat in herausragender Weise die radikalen Veränderungen in der heutigen Arbeitswelt und deren sozialen Auswirkungen auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer öffentlich gemacht“, erklärte Renate Müller, Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung ZASS.

Der katholische Sozialverband hatte im Bistum Münster Unternehmer, Schulen und Betriebsräte, die sich für bessere Startchancen ins Berufsleben junger Menschen, für die Gleichbehandlung von Leiharbeitern oder den Sonntagsschutz eingesetzt haben, mit dem Gütesiegel prämiert, und somit in der öffentlichen Diskussion um „gute Arbeit“ geworben. „Das Münsteraner Gütesiegel ist zum positiven Signal für viele andere Unternehmen geworden“, sagte Kuratoriumsvorsitzende Müller.

Sonderpreis für Aachener Umweltprojekt
In seiner Laudatio unterstrich der Wirtschaftsjournalist und Publik-Forum-Chefredakteur Dr. Wolfgang Kessler die zivilgesellschaftlichen Leistungen, die alle drei nominierten Sozialprojekte erbringen. „Da, wo es dem Staat immer weniger gelingt, Regeln und Verordnungen gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen zu schaffen, fällt es immer stärker Verbänden und Arbeitnehmerorganisationen zu, soziale Gerechtigkeit anzumahnen und unsoziale Zustände anzuprangern“, sagte Kessler.

Der Kettelerpreis 2011, der mit 5.000,-- Euro dotiert ist, wurde in der Zeche Zollverein Essen verliehen. Erstmals wurde über die nominierten Projekte durch ein öffentliches Votum per Stimmzettel entschieden. Mit einem Sonderpreis in Höhe von 2.500,-- Euro wurde der Förderverein Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen e.V. ausgezeich-
net. Der Verein, mit Sitz in Herzogenrath, regt regional wirksame Handlungsschritte auf dem Umweltsektor an und fördert die politische Einmischung in Kirche und Gesellschaft.

Der dritte Preis ging an die Genossenschaft SBS/Sozialer Betrieb Sulzbach im Saarland. Der Kettelerpreis der Stiftung ZASS wird alle zwei Jahre vergeben. Frühere Preisträger sind der Leiter des Innenressorts der Süddeutschen Zeitung, Dr. Heribert Prantl sowie die SOLWODI-Gründerin Dr. Lea Ackermann, die sich mit ihrem Projekt für vergewaltigte und misshandelte Frauen in Afrika einsetzt.
"Gütesiegel Gute Arbeit" erhält Kettelerpreis 2011
Sonderpreis 2011
3. Preis 2011
>> Foto-Galerie Kettelerpreis-Verleihung 2011
>> download Laudatio Dr. Kessler Kettelerpreis-Verleihung 2011
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