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Kettelerpreis 2017

Die nominierten Projekte
In der Initiative "Grenzenlos miteinander" haben es sich ca. 15 Ehrenamtliche zur Aufgabe gemacht, die in Rehlingen-Siersburg angekommenen ca. 350 vorwiegend aus Syrien Geflüchteten am Leben der Gemeinde teilhaben zu lassen.

Da Sprachkompetenz die wichtigste Voraussetzung zur Integration ist und bisher nur die Männer in offizielle Sprachkurse gelangten, die Frauen mit unbetreuten Kleinkindern aber davon ausgeschlossen waren (die Kinder sind noch nicht in Kita oder Kindergarten), wollten wir angesichts der Bedeutung der Mütter für die spätere schulische, sozio-kulturelle Zukunft der Kinder diese Lücke schließen.
Initiative Grenzenlos Miteinander (Saarland)
Sprachkurs für Frauen
Wir bieten dreimal wöchentlich einen zweistündigen Kurs mit gleichzeitiger Betreuung der Kleinkinder an, lassen die in 8 Dörfern verstreut wohnenden Frauen dazu abholen und wieder zurückbringen, und orientieren uns in den Kursen an den sehr unterschiedlichen Voraussetzungen, die von denen syrischer oder kurdischer Analphabetinnen bis zu Frauen mit Kenntnissen des Alltagsdeutschen reichen. Ziel ist das Zertifikat für Zuwanderer bzw. Deutsch für Ausländer auf den Niveaus A 1 und A 2.

Die Frauen sind hochmotiviert, zutiefst dankbar für die ihnen gebotenen Chancen und lernen schnell. Sie schätzen die Möglichkeit zu Treffen und Austausch, die ihnen sonst nicht gegeben wären.

Der Deutschunterricht wird unterstützt durch regelmäßige Treffen der Kursteilnehmerinnen mit Einheimischen, durch Vorträge, Info-Abende und Kurse, zuletzt z.B. in Erster Hilfe an Kleinkindern, durch deutsch-arabische Kochkurse, Wanderungen und Ausflüge und gemeinsames Feiern der Feste beider Kulturkreise.

Weitere Informationen: www.grenzenlos-miteinander.de
Katholische Hochschulgemeinde Tübingen
Musical "Grenzenlos"
Idee
Das Musical „Grenzenlos“ bringt Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen und wertschätzt ihre vielfältigen Talente und Interessen. Es vereint soziale Initiativen in Tübingen und bietet viele Beteiligungsfelder (handwerklich, darstellerisch, künstlerisch etc.), je nach Begabung. Alle erleben sich selbst - aber auch einander - in der Rolle der Fähigen. Dadurch können Selbstbewusstsein, aber auch Akzeptanz und Offenheit gestärkt werden und Freundschaften entstehen.

Ablauf
Die Teilnehmenden gestalten die Produktionsbereiche selbst: Story ausdenken, Bühnenbild, Kostüme, Requisiten entwerfen, zusammen wird geprobt und gewerkelt. Ein Leitungsteam übernimmt die Koordination. Um zusammenzuwachsen, ist das Mitmachen über mehrere Monate hinweg wichtig.
Mitmachende
Neben den Hauptzielgruppen, Studierende und Geflüchtete, ist das Projekt offen für alle. Die Katholische Hochschulgemeinde ist Projektträgerin, das Asylzentrum und ein Arbeitskreis Asyl die Partner. Rund 80 Personen von 13 bis 65 Jahren sind am Werdungsprozess beteiligt.

Thema
Die Story greift Erlebnisse der Beteiligten indirekt auf: Hauptfigur ist ein Prinz, dessen Machtgier zu Unterdrückung, Fremdenhass und Zerstörung führt, obwohl er selbst nach Anerkennung sucht. Seine Jugendliebe appelliert an sein Innerstes, als es schon zu spät scheint. Wird er sich wandeln?
Hinter der Geschichte leuchtet also die Zielführung des Projekts durch: die Auseinandersetzung mit inneren und äußeren Grenzen und ihre Überwindung.

Weitere Informationen: www.khg-tuebingen.de/index.php/de/grenzenlos
Flüchtlingshilfe Angermund (Düsseldorf)
Integration auf Augenhöhe
Dankbar für die Begegnung mit Flüchtlingen
Die Düsseldorfer „Flüchtlingshilfe Angermund“ besteht seit 2015 als ökumenische
Initiative. Über 100 Ehrenamtliche engagieren sich für 200 Flüchtlinge, die im
Angermunder Flüchtlingsdorf leben, und unterstützen beim Start in ein neues Leben.

„Wir wollen das Miteinander fördern und diesen Menschen helfen, sich in das
gesellschaftliche Leben zu integrieren. Wir sind sehr dankbar für die vielen Begegnungen
mit Flüchtlingen auf Augenhöhe“, sagt Pfarrer Diesterheft-Brehme von der Ev.
Kirchengemeinde.

Die Hilfsangebote werden in sieben Teams organsiert und über einen Runden Tisch in
Kooperation mit dem Caritasverband Düsseldorf koordiniert: Das Team Logistik unterhält
ein Sachspendendepot, verteilt Willkommenspakete und organisiert Transporthilfen. Das
Team Sport macht Angebote beim örtlichen Turnverein.

Das Team Sprache  arbeitet den Stoff der städtischen Sprachkurse nach, gibt Nachhilfe
und betreut Hausaufgaben. Das Team Kultur  plant Ausflüge, Konzert- und
Ausstellungsbesuche. Es motiviert  Flüchtlinge zum Musik machen, Theater spielen,
gemeinsamen Essen, Tanzen, Malen, Trommeln und Bücher lesen. Das Team Medizin hilft
bei medizinischen Fragen. Das Team Kinder bietet Spiele und Ausflüge an. Das Team
Soziales  schafft im Café Welcome Begegnungsmöglichkeiten von Flüchtlingen mit 
Angermunder Bürgern, unterstützt bei der Wohnungs- und Jobsuche und initiiert einen
Frauentreff. 

Weitere Informationen: www.fluechtlingshilfe-angermund.de
CAJ Berlin
Projekt "Viele Sprachen - eine Stimme"
Bei dem Projekt „Viele Sprachen - eine Stimme“ ist der Name Programm: hier schließen sich junge Menschen mit und ohne Fluchthintergrund zusammen, um ihr Leben zu betrachten, anhand ihrer Werte zu beurteilen und eine gemeinsame Stimme auszubilden, durch die sie in der Gesellschaft „mitreden“. Kern des Projekts ist die Anwendung der Methode „Reflektion des Lebens und der Arbeiteraktion“ auf die eigene Lebensrealität: indem sie ihre Situation u.a. auf deren Ursachen und Folgen hin untersuchen, sich fragen, ob ihre Situation ihrer „Würde und Verantwortung“ entspricht, und mögliche Widersprüche durch Aktionen ausräumen, üben die Jugendlichen gemeinsam eine menschenrechtlich-politische Praxis aus.
So entstand z.B. die Schulaktion: Die Jugendlichen stellten fest, dass es für Schüler*innen mit nicht deutscher Herkunftssprache ungleich schwieriger ist, bei Prüfungen ihre Lernleistung zu zeigen. Die Prüfungen sollen eigentlich den Lernfortschritt messen; aufgrund der sprachlichen Herausforderungen gehen aber die Sprachkenntnisse oft stark in die Messung ein. 

Daher entwickelten die Jugendlichen die Forderung, Wörterbücher Deutsch-Herkunftssprache benutzen zu dürfen und eine Verlängerung der Bearbeitungszeit eingeräumt zu bekommen. Es gelang ihnen, diese Ideen konkret an ihren Schulen vorzustellen und Verbesserungen zu erreichen. Auch brachten sie die Forderung erfolgreich in Gremien der CAJ und des BDKJs, sowie mit dessen Hilfe in den Landesjugendrings ein und gaben Impulse für einen Beschluss der DGB Jugend Brandenburg.

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